Tierschutz-Tipps für den Garten

13. Apr. 2014

igel-fruehjahrLängst ist das Frühjahr da und damit für viele die Zeit, draußen aktiv zu werden.

Hier gibt es Anregungen, um Garten bzw. Terrasse und Balkon zu einem sicheren Lebensraum für Haus- und Wildtiere zu machen.

 

Schnitt von Sträuchern, Hecken, Bäumen

  • Zum Schutz brütender Vögel dürfen in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September Bäume, Hecken und Gebüsche nicht gefällt bzw. ab- oder stark zurückgeschnitten werden. In dieser Zeit sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt. Doch auch hierbei bitte achtgeben, dass sich dort kein Nest befindet.

Gartengeräte

  • Gartengeräte mit Verletzungsgefahr und Mäher sicher verstauen.
  • Kantenschneider, Mäher und ähnliche Geräte erst einsetzen, wenn geprüft ist, dass im Gras kein Tier sitzt, gerade unter Hecken und Büschen. Häufig werden z. B. Igel tödlich verletzt – sie laufen nicht vor der Unruhe oder dem Motorengeräusch davon! Besonders gefährlich sind Faden- oder Tellersensen – wenn möglich, lieber von Hand mähen.
  • Vorsicht gilt auch beim Umgang mit Grabegabeln, z. B. beim Umsetzen von Komposthaufen.
  • Laubsauger sparen Arbeit – sind aber für Kleinsttiere und auch für Igel gefährlich, weil sie aufgesaugt werden können. Weniger Technik ist hier mehr Sicherheit für tierische Gartenmitbewohner.

Reisighaufen

  • Ganzjährig als Schutz- und Rückzugsräume für kleine und größere Tiere belassen.
  • Möchten Sie im Frühjahr doch lieber aufräumen, Reisighaufen bitte zumindest möglichst lange, bis April/Mai, liegen lassen, um Igeln nicht ihren Ruheplatz zu nehmen.
  • Sollten Sie Reisighaufen verbrennen wollen (s. a. Oster-/Martinsfeuer), unbedingt den Haufen vorher umschichten und ausschütteln, damit Igel und andere Kleintiere flüchten können und nicht verbrennen! Besser noch, ganz auf das Verbrennen zu verzichten, nur so können auch Insekten sicher geschont werden.

Dünger und Pestizide

  • Dünger und Pestizide (Mittel gegen unerwünschte Beikräuter bzw. Insekten) immer sicher aufbewahren und nie offen stehen lassen. Unbedingt die Anleitung durchlesen, damit richtig verdünnt wird.
  • Möglichst ganz auf Chemie verzichten und auf ungiftige, natürliche Alternativen wie Kompost als Dünger oder Brennesseljauche zum Sprühen zurückgreifen. Statt Giftiges zu spritzen sind auch Insektenhäuser eine schöne Idee, um für ein gesundes und lebendiges Gleichgewicht im Garten zu sorgen.
  • Es werden wiederholt Fälle beschrieben, in denen Katzen einige Tage nach einer Rasendüngung starben. Bitte bedenken Sie, dass Tiere über die gedüngten/gespritzten Flächen laufen und die Stoffe dann aufnehmen, wenn sie sich beim Putzen die Pfoten lecken.
  • Schließlich: warum sich nicht mit gutem Gewissen an einem weniger »gepflegten«, dafür aber ganz natürlichen Rasen erfreuen. Und den meisten Pflanzen machen auch Läuse in der Regel nicht viel aus. Einfach mal ausprobieren.

Schneckenkorn

  • Verzichten Sie auf Schneckenkorn – es ist für Haus- und Wildtiere giftig und auch für Menschen, wenn z. B. Kinder es unbedacht aufnehmen.
  • Möchten Sie etwas gegen Schnecken tun, nutzen Sie Alternativen: Schneckenkörner auf Ferramol-Basis oder besser noch, Sie lassen auch den Schnecken ihr Leben und schützen gefährdete Pflanzen mit einem Schneckenzaun bzw. Sie sammeln die Schnecken und bringen sie in einen für alle sicheren Bereich.

Regentonnen, steilwandige Teiche und Brunnen

  • Regentonnen unbedingt sicher abdecken, immer wieder ertrinken Katzen und andere Tiere darin.
  • Entweder auf steilwandige Teiche und Brunnen verzichten oder aber Ausstiegshilfen befestigen, wie z. B. ein schräg hineingestelltes Brett mit Querleisten für besseren Halt beim Hochklettern.

Licht-/Lüftungsschächte, Treppen

  • Sie können für Tiere, wie z. B. Igel, Mäuse, Frösche und Insekten, zur tödlichen Falle werden.
  • Schächte am besten abdecken oder auf dem Schachtgitter ein feinmaschiges Metallnetz befestigen, je kleiner, umso mehr Tiere sind sicher.
  • Für Treppen Ausstiegshilfen schaffen, z. B. durch eine Rampe oder legen Sie in jede Stufenecke einen Ziegelstein
  • In jedem Fall Treppen und Schächte oft kontrollieren, um Tiere rechtzeitig retten zu können.
  • Hülsen von Wäschespinnen, Fahnen etc. verschließen.

Vogelschutznetze, Wintervliese, Zäune

  • Möglichst auf Netze über Sträuchern und Bäumen verzichten – immer wieder verheddern sich Vögel darin und sterben. Haben die Netze nicht mindestens 40 cm Abstand zum Boden können sich auch andere Tiere wie Igel darin verfangen.
  • Sind Netze und Wintervliese nach unten hin nicht fest zusammengezogen, können sie für Vögel durch Hineinfliegen zur tödlichen Falle werden.
  • In grobmaschigen Zäunen können Tiere wie Igel hängenbleiben. Abhilfe: Beim Anbringen Abstand nach unten zum Durchkriechen lassen oder bei bestehenden Zäunen den Zaun einfach an einigen Stellen nach oben biegen/Durchschlupfe schaffen.

Tüten, Säcke, Gefäße

  • Dosen, Becher, Säcke, Tüten draußen immer fest verschließen bzw. zubinden, sie könnten zur Falle werden.
  • Müllsäcke, Tüten nur so kurz wie möglich draußen stehen lassen, damit Tiere wie Igel sie nicht aufreißen und hineinklettern.

Es ist eigentlich recht einfach, viel für den Tierschutz vor der eigenen Tür zu tun!