Im Folgenden stelle ich Ihnen die Tiere und ihre Geschichte vor, die bei mir ihr Zuhause gefunden haben.

 

Goldmund
wurde im Mai 2002 geboren und ist die einzige meiner Katzen, die vom Welpenalter an bei mir ist. Zusammen mit seinem Bruder Narziß kam er aus schlechter Haltung; seine Überlebenschance war mit 20% nicht eben groß. Beide haben es geschafft und wurden zu schönen, stattlichen Tieren. In den ersten beiden Jahren kämpfte Goldmund mit häufigen Infekten, Harnkristallen und Blasenentzündungen. Mit einer konsequenten naturheilkundlichen Langzeittherapie gelang es mir, ihn komplett zu heilen. Viele Jahre waren Kampfverletzungen der häufigste Grund für einen Tierarztbesuch. Dann kamen in 2016 gleich mehrere der „typischen Alterserkrankungen der Katzen“ hinzu: eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung und eine Schilddrüsenüberfunktion werden behandelt, die Nieren bedürfen einer Unterstützung. Ich achte sehr darauf, Goldmund spüren zu lassen, dass er der erste Kater im Hause ist. Mit großer Souveränität erlebt er ständig wechselnde Katzen kommen und gehen, ohne jemals zu einer eine besondere Bindung aufgebaut zu haben. Goldmund ist leidenschaftlich gerne draußen, wird jetzt mit zunehmendem Alter aber häuslicher und auch deutlich verschmuster.

Indis
ist wahrscheinlich ein sogenannter „Highlander“, ein British-Langhaarkater. Er lebte auf einer Futterstelle und war dort eines der scheuesten Tiere. Er wurde im Frühsommer 2011 kastriert und verbrachte zusammen mit den anderen Tieren einige Wochen im Tierheim. Indis blieb so scheu wie er gekommen war und kehrte mit wenigen anderen Tieren in den Wald zurück. Der Kater hatte gerade begonnen regelmässig zur abendlichen Fütterung zu kommen, als er ganz plötzlich gar nicht mehr auftauchte. Wir hatten ihn schon aufgegeben, doch Wochen später fand er völlig abgemagert zurück. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Indis ein Kater sei, der zum Sterben einfach im Wald bleibt. Aber er suchte offensichtlich Hilfe und so haben wir ihn am 2. Weihnachtstag 2011 gefangen. Die tierärztliche Untersuchung zeigte, dass die wichtigsten Körperfunktionen und Organwerte in Ordnung waren, obgleich das Tier grauenvoll aussah. Eine Euthanasie kam also für uns vorerst nicht in Frage. Und tatsächlich gesundete der Kater von seiner schweren Rückenverletzung, die ihm mit großer Wahrscheinlichkeit durch menschliche Gewalt zugefügt wurde.
Fast eineinhalb Jahre verbrachte Indis in einem abgeteilten Bereich meines Katzenzimmers, aber er blieb fast so scheu, wie zuvor. Ein Platz auf einem Bauernhof als „Mitläufer“ war nicht denkbar, weil der Kater aufgrund seines langen Fells und des Katzenschnupfens sorgfältig überwacht werden muss. Ein anderes Zuhause fand sich nicht; wer will einen unnahbaren Kater? Schließlich baute ich ihm mit großartiger Unterstützung vieler Freiwilliger ein Haus mit Freigehege in den Garten. Eine Chipkatzenklappe machte es nur für ihn zugänglich. Viele Monate verbrachte Indis dort. Er gewöhnte sich an die Geräusche der Umgebung, sah die anderen Katzen und erlernte die Benutzung der Katzenklappe. Als ich dann an einem ruhigen Samstagabend endlich das Tor öffnete, entschied Indis aber anders: nach 2 Tagen sah ich ihn im Stuhl auf der Terrasse und wenig später fand er den Weg in’s Haus. Indis weiß, wo er hingehört und er ist bei schlechtem Wetter gerne drinnen. Aber wenn er sich eingeschlossen fühlt, bekommt er Panik. Nerone ist ihm Kumpel und Vorbild. Leider bleiben Besuche beim Tierarzt eine Herausforderung, was zu meinem Kummer zur Folge hat, dass ich ihn nicht in der Form diagnostizieren lassen und therapieren kann, wie er es benötigte.

Nerone
stammt von der gleichen Futterstelle wie Indis und ein kleiner „Schuss“ Langhaarkatze befindet sich auch in ihm. Er war von Begin an ausgesprochen zutraulich und hat mein Herz im Sturm erobert.
Der Kater geniesst es über alle Maßen, ein behagliches Zuhause zu haben. Er geht zwar gerne hinaus, verbringt aber viel Zeit im Hause. Nerones Geburtsjahr haben wir inzwischen auf ca.2006 korrigiert – er gehört also zu den Jüngeren in meiner Truppe. Entsprechend anstrengend kann er sein, aber er ist hochsozial gegenüber anderen Katzen und Jeder kommt zurecht mit ihm. Für Indis ist er ein ganz wichtiger Kumpel und Halt, mir macht er einfach ganz viel Freude. Es ist schön zu erleben, wie glücklich der Kater ist, endlich angekommen zu sein. Leider entwickelte der süße Kerl auf dem linken Auge Flecken auf der Iris – die Vorstufen zu sehr bösartigen Tumoren, den sogenannten „Irismelanomen“. Im September 2013 wurde das Auge entfernt und damit jede Gefahr einer tumorösen Entartung beseitigt. Als wäre das nicht genug, kommt jetzt noch eine Herz-Kreislauferkrankung hinzu. Nerone ist sehr krank, aber ein reizender, verschmuster Clown mit einer ganz engen Bindung an mich.

Kärleken
Seit Mai 2012 lebt Kaninchendame Kärleken aus Leichlingen bei mir. Ursprünglich aus tierschutzwidriger Einzelhaltung bei einer psychisch kranken Frau, hatten Tierschützer schon Großartiges geleistet. Die Kaninchendame war scheu aber kein Notfall mehr, als sie als Partnerin für Torsdag zu mir kam. Die Kaninchen verstanden sich gut und bildeten zusammen mit Noirette und Mr.Snow eine homogene Gruppe. Nacheinander verstarben Mr.Snow, dann -viel zu früh- Torsdag und schließlich Noirette. Die Verbindung mit Böckchen Sanchi ist eine „Liebe auf den zweiten Blick“, dafür aber umso inniger und stabiler.

Miss Pizzi
Die ungefähr 2002 geborene Katze lebte auf einem Bauernhof und hatte somit eigentlich einen Besitzer. Aber wie so oft in ländlichen Gebieten kümmert sich der Bauer nicht um die Katzen auf seinem Hof. Pizzis Lebensgeschichte ist nur in Bruchstücken zu rekonstruieren. Es ist ihr geschundener Körper, der die eindeutigste Sprache spricht: Die Katze muss viele Male Junge gehabt haben. Ob sie dann doch kastriert wurde oder infolge ihres schweren Unfalls nicht mehr empfangen kann, wissen wir nicht. Die Art der Schäden der Haut und die Tastbefunde des Skeletts lassen vermuten, dass Pizzi in/unter eine landwirtschaftliche Maschine geriet und danach gar nicht oder nur sehr mangelhaft tierärztlich versorgt wurde. Sie hat das überlebt und sich eine erstaunliche Mobilität zurückerobert. Aber ihr Leben auf dem Hof muss danach erst recht schwer gewesen sein. Langsam und behäbig wie sie war, wurde sie von Allen – Menschen und Tieren – gejagt. Höher gelegene, trockene Plätze konnte sie nicht erreichen. Chronische Infekte mit hochentzündeten Augenbindehäuten ließen sie genauso leiden wie die nicht behandelte Schilddrüsenüberfunktion und das etwas schwache Herz. Die zertrümmerten Knochen und die felllosen, hochempfindlichen Hautpartien verursachen gerade im Winter chronische Schmerzen.
Bei mir ist Miss Pizzi angekommen und sie genießt ein behagliches Zuhause, die Versorgung und die Zuwendung wie es wohl nur eine Katze tut, die viele Jahre eines harten Lebens draussen verbringen musste. Wenn sie ihren Kopf in meine Hand drückt, geht mir das Herz über vor Kummer über das Leid, das sie ertragen musste, aber auch vor Dankbarkeit, dass ich es ihr jetzt ein wenig schön machen kann. Ich wünsche mir innig, dass meiner wunderschönen, lebensweisen Matrone noch einige gute Jahre verbleiben.

Kira
Kira und ihre Schwester wurden 2007 von ihrer frei lebenden Mutter in einem Pferdestall geboren. Kastriert und liebevoll überwacht lebten die Katzen fern ab der Zivilisation. Im Sommer 2015 verletzte sich Kira am linken Auge; ein haarfeiner Riss, der lange unerkannt blieb. Ich nahm sie auf um das Auge zu behandeln und natürlich um die bestmögliche Lebensform für sie zu finden. Die Verletzung heilte gut ab, das Auge blieb aber irreparabel geschädigt und musste schließlich entfernt werden. Seitdem geht es der Katze deutlich besser. Sie verlässt meinen Garten kaum und geniesst den Komfort, im Freien unter gleich mehreren Katzenhütten wählen zu können. Über ein Jahr lang lebte Kira ausschließlich draussen; jetzt zum Winter 2016 zieht sie langsam in’s Haus. Das freut mich auch deshalb, weil ich nun viel besser auf sie achten kann. Leider stellte sich nämlich inzwischen heraus, dass Kira einen chronischen Lungenschaden hat, der sie belastet und anfällig für Infekte macht. Die wunderschöne Katze ist recht zutraulich, sogar verschmust geworden, aber sie ist sehr unsicher und wird noch ihre Zeit benötigen bis sie vollständig angekommen ist.