Lautlos ging er in die Nacht…

27. Sep. 2019

…um nicht mehr zurück zu kommen.
Seit nunmehr vier langen Wochen ist Indis nicht mehr bei uns.

Es gab nichts, was in irgendeiner Weise ungewöhnlich gewesen wäre. Indis wirkte zufrieden und nicht akut krank. Er frass abends noch sein Hühnerfleisch aus meiner Hand – Ganymed war an seiner Seite. Am nächsten Morgen war der Kater nicht da. Alles Suchen blieb erfolglos; ich habe weder eine Ahnung noch irgendeinen Hinweis, was passiert sein könnte. Indis war immer ein Einzelgänger, der sich schon auf der Futterstelle abseits hielt. Aber er mochte sein Leben bei mir und hatte in Nerone einen Freund, der ihm Vorbild war und ihm Halt gab. Nerones Tod hatte ihn sehr getroffen. Es war sicher auch eine Folge des Kummers, dass er im Frühsommer schwer erkrankte. Vierzehn Tage pflegte ich den Patienten in „seinem“ Katzenhaus bis er vollständig genesen war. Den Sommer verbrachte der schöne „Herr Plüsch“ überwiegend draußen in unserem Garten, in dem er mehrere Stammplätze hatte.  Mit Ganymed teilte er die Liebe zu rohem Fleisch. Mir ging das Herz auf, wenn die beiden scheuen Kater zu meinen Füßen saßen um mir abwechselnd die Stücke aus der Hand zu nehmen. Alt und jung, beide silbergrau, der eine mit langem, der andere mit kurzem Fell.
Indis befand sich in fortgeschrittenem Alter, und der massive chronische Katzenschnupfen wird ihn viel Kraft gekostet haben. Vielleicht ist er gegangen um für immer auszuruhen?
Ich hoffe es! Vor allem Anderen wünsche ich mir inständig, dass er nicht zum zweiten Mal in seinem Leben infolge menschlicher Bosheit und Gewalt leiden musste. Möge der so schwer traumatisierte Kater seinen Frieden gefunden haben; einen Platz an dem er frei von allen Ängsten sein kann.