„Wir sind noch einmal davongekommen“

20. Aug. 2021
Ein Rückblick

Buschhoven liegt am äußersten Rande des Hochwasserkatastrophengebiets, das kleine Haus, in dem wir wohnen, auf halber Höhe zum Oberdorf. Ich hatte mit Ausnahme der hauswirtschaftlichen Unannehmlichkeiten, die entstehen, wenn Kühl- und Gefrierschrank nicht mehr laufen, keinen Schaden davon getragen.

Wir entgingen knapp der Evakuierung, die aufgrund des befürchteten Dammbruchs der Steinbachtalsperre erfolgte, und wir konnten den Ort jederzeit über die Bundesstraße verlassen
(und in unsere Zuhause zurückkehren).

Meine Dankbarkeit ist nicht in Worte zu fassen, und es tatsächlich gar nicht so einfach damit umzugehen. Erst recht nicht, wenn man die Verwüstungen in unmittelbarer Nachbarschaft sieht, wenn man betroffene Freunde und Bekannte spricht, die froh sind, wenigstens mit dem Leben davon gekommen zu sein.

Trotzdem haben drei Tage ohne Strom und infolge ohne Licht, warmes Wasser, Telefon Spuren im Herzen und auf der Seele hinterlassen. Sirenen, Martinshörner und das Rauschen der Motoren der Hilfskonvois gaben Tag und Nacht Zeugnis von der Katastrophe um uns herum.

Menschen haben ihr Leben verloren, ihre Existenzen, alles, was sie sich oft über Jahrzehnte aufgebaut hatten.

Tausende, vielleicht hunderttausende von Wild-, “Nutz”- und Haustieren sind umgekommen; Lebensräume wurden weggespült und werden über viele Jahre an den Folgen der Kontaminierung mit Schadstoffen zu leiden haben.

Ich darf und kann weitermachen und werde dieses umso mehr mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln tun. Der nächste Artikel wird die Entwicklungen, die „meine“ Pfleglinge nahmen, dokumentieren, aber auch bereits zwei Neuzugänge vorstellen.