Die Ernährung der Katze

7. Feb. 2022

Natürliche Nahrungsquellen der Katze sind u.a. Mäuse, Insekten und Vögel. Um satt zu werden und den Körper mit allem Notwendigen zu versorgen müsste eine Katze 16 Beutetiere pro Tag fangen und fressen.

Die wichtigste Erkenntnis, die daraus resultierte wäre die, dass Katzen (im Gegensatz z.B. zu Hunden) reine Fleischfresser sind. Am artgerechtesten wäre also die Rohfütterung kleiner Tiere. Dieses BARFen ist für den durchschnittlichen Katzenhalter kaum zu realisieren, so dass unsere Lieblinge das bekommen, was in der Dose, im Schälchen oder in der Tüte ist.

Wenn Sie sich jetzt aber einmal die Inhaltsstoffe anschauen, werden Sie so ziemlich Alles finden – nur kein Fleisch. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse sind Schlachtabfälle, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Neben einem verschwindend geringen Teil an minderwertigem Fleisch sind das Häute, Hufe, Federn, Blut, Urin, etc…. Wenn auf der „Hühnchenterrine“ 5% Huhn deklariert sind, dann heisst das, dass 5% der Schlachtabfälle vom Huhn stammen und der Rest (oftmals ist gar keine Gesamtprozentzahl angegeben) von allen anderen Tieren; manchmal ist sogar Fisch enthalten. 

Der nächste Posten sind meist Getreide und/oder pflanzliche Nebenerzeugnisse (das kann auch Getreidemehl sein). Inhaltsstoffe, die für eine Katze vollständig widernatürlich sind. Sie deckt ihren Energiebedarf aus tierischen Eiweißen und nicht aus pflanzlichen. Der kurze Darm des Fleischfressers ist nicht in der Lage, langkettige Kohlenhydrate aufzuschließen. Folglich passieren Getreide und Gemüse den Darm als purer Ballast, um nicht zu sagen „als Sondermüll“. Darm und lebenswichtige Organe wie Nieren und Leber werden über Gebühr beansprucht und versagen früher als es sein müsste ihre Dienste. Ein hoher Anteil pflanzlicher Inhalte begünstigt zudem eine Verschiebung des ph-Wertes des Harns, was zur Bildung von Harnkristallen und am Ende lebensbedrohlichen Steinen führen kann. Hier wird für mich noch einmal die Schizophrenie medizinischer (Trockenfutter-) Diäten deutlich: sie bestehen zu großen Teilen genau aus den Zutaten, die den krankhaften Zustand hervorgerufen haben. Der therapeutische Erfolg ist zumindest anfangs da, nur wodurch wird er erreicht, welche „Nebenwirkungen“ gibt es und vor allem: wäre es nicht sinnvoller, die eigentliche Ursache zu behandeln/abzustellen und so eine dauerhafte Heilung bei deutlich höherer Lebensqualität (da größere Futterauswahl) zu ermöglichen?!

Obgleich sich inzwischen herumgesprochen hat, dass Zucker (auch gerne Rübenschnitzel, Karamell, Malz oder Kandis… genannt) nicht gesund ist, finden Sie ihn noch immer in einigen Katzenfuttern (Felix, Gourmet, Scheba…). Sie füttern damit nicht Ihre Katze sondern Pilze, Hefen und andere unschöne Schmarotzer im Darm Ihres Tieres. Interessanterweise erwiesen Studien, dass Katzen gar keine Geschmacksknospen für Zucker haben. Aber erwärmter Zucker gibt eben der ursprünglich grau-braunen Futterpampe eine appetitlich sattbraune Farbe. Appetit vergangen???? Richtig! Und keine Katze rührte dieses Zeugs an. Deshalb werden Abfallfette und jede Menge Geschmacks- und Konservierungsstoffe zugesetzt, damit Mieze ihren Ekel vergisst.

Leider folgt der Tierhalter nur zu gerne den niedlichen Bildern und den Werbesprüchen der Hersteller, anstatt auf der Rückseite das Kleingedruckte zu lesen. Egal wie hübsch die Verpackung, wie klangvoll („mediterrane Pfanne“ u.ä….) der Name des Futters sind: die Standardfutter unterscheiden sich kaum in ihren minderwertigen Inhaltsstoffen. Oft kommen sie sogar aus der Fabrik ein und desselben Herstellers. Und den interessieren eher seine Geschäftszahlen als die Gesundheit seiner Verbraucher. Fast alle oben vorgestellten Inhaltsstoffe, füllen die Dose und den Magen der Katze, ohne für den Organismus von wirklichem Nutzen zu sein

Wie unterscheiden Sie nun gutes von schlechtem Futter?

!! Keinesfalls am Preis!!! Es gibt teure, absolut minderwertige (Royal Canin) und preiswerte, recht akzeptable Produkte !!

Mit ein wenig Kenntnis, schauen Sie auf die Kennzeichnung: an erster Stelle sollten in hoher Prozentzahl wenigstens „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ stehen; „Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse“ sollten ganz fehlen. Über Zucker müssen wir nicht mehr sprechen. 

Idealerweise enthält ein Katzenfutter nur Fleisch, das dann einzeln (Muskelfleisch, Herzen etc.) deklariert ist. Häufig gibt es einen Zusatz, dass das Fleisch für die Lebensmittelproduktion geeignet sei. Logischerweise findet sich dann bei den analytischen Bestandteilen auch ein hoher Gehalt an Rohprotein. Dieser sollte bei mindestens 10%, gerne höher liegen.

Achten Sie darauf, dass dem Futter Taurin zugesetzt ist. Taurin ist für die Katze lebenswichtig und in Mäusen reichlich, in minderwertigem Fleisch gar nicht enthalten. Der Katzenorganismus kann es – im Gegensatz zu anderen Säugetieren – nicht synthetisieren. Er ist also auf die Substitution angewiesen.

Das Thema „Taurin“ ist so schwierig, wie fast alles andere im Bereich der Herstellung und Deklarationspflicht. Wenn ich 5 Hersteller befrage, bekomme ich 6 unterschiedliche Antworten. Die Einen behaupten, das verwendete Fleisch sei so hochwertig, dass kein Taurin zugefügt werden müsse; die nächsten, dass Taurin aufgrund der hohen Temperaturen bei der Herstellung zerfalle und die Dritten, dass ein Futter ohne die Zufügung von Taurin gar nicht „Alleinfuttermittel“ heißen dürfe, sondern „Ergänzungsfuttermittel“ benannt werden müsse.

Überhaupt gibt es zwar jede Menge Normen und Kennzeichnungsvorschriften. Aber es gibt auch jede Menge Schlupflöcher und noch viel mehr Zusatzstoffe, die gar nicht deklariert werden müssen. So ist vielfach gar keine prozentuale Gesamtmenge von „Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen“ angegeben. Und Sie werden selten eine Deklarierung finden, die sich auf 100% addiert.

Sind die Zusammensetzungen der Feuchtfutter oftmals schon mehr als heikel, so verschärft sich die Problematik um ein Vielfaches beim Trockenfutter. Der Grund ist einfach der, dass Trockenfutter im Speiseplan einer Katze absolut gar nichts zu suchen hat. Es ist eine Erfindung der Industrie, die einzig und allein der Bequemlichkeit der Menschen und dem Profit der Hersteller dient. Trockenfutter ist praktisch: es riecht nicht so stark, es verdirbt nicht so schnell, und die Schale wird auch nicht so dreckig. Man stellt Miezi einen gefüllten Napf hin und braucht sich nicht mehr zu kümmern. Die Folgen sind verheerend: übergewichtige Tiere mit den entsprechenden Folgen für das Skelettsystem; Darmerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Diabetes und verfrühte Niereninsuffizienz infolge der Austrocknung, die das Trockenfutter verursacht. Katzen sind ursprünglich Wüstenbewohner: ihnen reicht die Flüssigkeit, die sie über die Beutetiere bzw. das Feuchtfutter aufnehmen. Werden sie mit Trockenfutter ernährt, müssen sie trinken – tun es aber häufig nicht. Trockenfutter enthält durchschnittlich viermal so viele Kalorien wie Feuchtfutter und Unmengen von Kohlenhydraten. Es wird überwiegend auf Getreidebasis hergestellt, wobei ein Kohlehydratanteil von mind. 40% Standard ist um der Minimalanforderung des Extrusionsverfahrens zu entsprechen. Zu diesem ernährungstechnischen Desaster kommt die Überfütterung durch die Tierhalter, die einfach die Futtermengen nicht abschätzen können. Trockenfutter mit hohem Getreideanteil ist extrem preiswert in der Herstellung. Eine Herausforderung scheint es allerdings zu sein, es mit Geschmack zu versehen. Hier kennt die Phantasie der Industrie keine Grenzen: u.a. Salze, Fette, Hefen, Zucker, Blut und unzählige chemische Geschmacksverstärker kommen zum Einsatz. Da wundert es nicht, dass die Katzen entweder nach kurzer Zeit das Futter aus der nicht verschlossenen Tüte nicht mehr fressen oder aber gar nichts Anderes als Trockenfutter mehr wollen.    Es ist übrigens Unsinn, dass das Kauen von hartem Trockenfutter der Zahnsteinbildung vorbeugt – im Gegenteil kann sich das Milieu im Maul dahingehend verändern, dass es gerade zu schlechter Zahngesundheit beiträgt. Ab und an ein paar Stücke mageren, rohen Fleisches entfernen Belag von den Zähnen und haben einen positiven Einfluss auf den ph-Wert des Harns.

Inzwischen gibt es einige „hochwertigere“ Trockenfutter. Bei ihnen steht ein vergleichsweise hoher Anteil an Fleischmehlen an erster Stelle und die (für das Herstellungsverfahren) notwendigen Stärken kommen aus Kartoffeln oder auch nur Gemüsen. Das Feringa „cold pressed“ entspricht sogar nahezu einem Nassfutter, dem die Flüssigkeit entzogen wurde. Aber genau das ist der Punkt: die notwendige Flüssigkeit, um das Gefressene zu einem Brei aufzuweichen, der eine Darmpassage überhaupt möglich macht, kommt aus dem eigenen Körper. Die Belastung für den gesamten Organismus ist extrem und eben völlig widernatürlich. 

Nicht unerwähnt soll das riesige Angebot an Leckerchen bleiben. Hier gilt genau das gleiche. Bitte kein Getreide, keinen Zucker etc.. Eine gesunde Katze, die artgerecht ernährt wird, benötigt weder „Anti-Zahnstein, Anti-Hairball, Gelenk-fit“ oder sonst was für Leckerchen. Das Angebot an hochwertigen Leckereien aus 100% Fleisch (luft-, oder gefriergetrocknet oder als Knabberstange) ist reichlich. Zu beachten ist allerdings, dass sie hochenergetisch sind, weshalb die eigentliche Futtermenge entsprechend reduziert werden sollte.

Auch das unüberschaubare Angebot an Cream-snacks, „Drinks“ und Katzenmilch in diversen Versionen ist völlig überflüssig (einzige Ausnahme ist die Verwendung zur Verabreichung von Medikamenten). Es handelt sich hierbei um chemische Produkte ohne jeden Nährwert, aber mit jeder Menge schädlicher Stoffe. So ganz nebenbei sind Katzen überwiegend laktoseintolerant.

Abschließend noch eine Bemerkung zu den Kosten. Natürlich bekommen Sie hochwertige Futtersorten nicht zum Supermarktpreis ( auch minderwertige Produkte sind häufig recht teuer – s.o.). Sie werden aber feststellen, dass sie davon deutlich weniger benötigen, als von schlechtem Futter. Und auch „hinten“ sparen Sie gewissermaßen, weil sich Kot- und Harnabsatz auf normale Mengen einpendeln. Die Ersparnisse an Tierarztkosten werden immer unbeweisbar bleiben. Das stärkste Argument sollten aber Gesundheit und Wohlbefinden Ihres Tieres sein.

Die Umstellung auf hochwertiges Futter wird nicht immer einfach sein. Gewöhnt an – im schlimmsten Falle süchtig nach – Katzenfutter mit Geschmacksverstärkern, kann es sein, dass Ihre Katze eine Weile braucht, bis sie sich an das hochwertige Katzenfutter gewöhnt. Aber dann wird sie es mit Appetit fressen. Ab und an eine Portion gekochten Hühnchens, ein paar Brocken Rohfleisch (keinesfalls vom Schwein!) oder ein paar Hühnerherzen runden eine annähernd artgerechte Katzenfütterung ab. Diese sollten Sie in mehreren kleinen Mahlzeiten anbieten. Magen und Darm unserer Samtpfoten sind für große Futtermengen nicht ausgelegt und entsprechend schnell überlastet. 3 – 4, idealerweise 5 Tagesrationen, die jeweils in einem aufgegessen werden, entsprechen dem ursprünglichen Fressverhalten und sind – ggf. mithilfe von Futterautomaten –problemlos zu realisieren. 

Ich wünsche einen allzeit gesunden Appetit!

Hier finden Sie noch die Erläuterungen einiger Begriffe.

B.A.R.F.

„Born-Again Raw Feeders“ (wiedergeborene Rohfütterer)

„Bones And Raw Foods“ (Knochen und rohes Futter)

„Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“

Taurin
Der Name Taurin ist von “taurus” (Stier) abgeleitet, da diese Substanz in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts in der Ochsengalle gefunden wurde.
Taurin zählt zur Gruppe der Aminosäuren, obwohl es im Gegensatz zu anderen Aminosäuren nicht am Aufbau struktureller Proteine beteiligt ist. Da Taurin vom Körper selbst gebildet werden kann, zählt es nicht zu den essentiellen Nährstoffen. Die zahlreichen Aufgaben, die Taurin im Körper erfüllt, machten es jedoch zu einem beliebten Nahrungsergänzungsmittel. Richtig populär wurde Taurin zur Belebung von Geist und Körper als Zusatz in so genannten Energy Drinks. 

Taurin ist Bestandteil einer Reihe kleinerer Proteine und Neurotransmittern (Nervenbotenstoffen), die für Nervenfunktionen wichtig sind. Es kann auch die Zellmembranen im Herzen, in den Nerven und Blutplättchen beruhigen und stärken. Taurin hat außerdem eine antioxidative Wirkung, das bedeutet es macht freie Radikale unschädlich. Zudem unterstützt Taurin die Funktion der Gallensäuren und trägt zu einem gesunden Fettstoffwechsel bei.

Erniedrigte Taurinspiegel werden mit Netzhautdegeneration, retardiertem Wachstum und Kardiomyopathie in Verbindung gebracht. Taurin wird klinisch zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypercholesterinämie, Anfallsleiden, Augenerkrankungen, Diabetes mellitus, Alzheimer-Krankheit, Leberfunktionsstörungen, Mukoviszidose und Alkoholismus eingesetzt. Personen mit Taurindefiziten sind anfälliger für Gewebeschädigungen durch Umweltgifte wie z.B. Aldehyde, Chlor und bestimmte Amine.

Begrifflichkeiten

Definition nach FMV

Alleinfuttermittel: „Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, allein den Nahrungsbedarf

der Tiere zu decken“ (§ 1 Nr. 1 FMV).

Ergänzungsfuttermittel: „Mischfuttermittel, die einen gegenüber einem Alleinfuttermittel

für die jeweilige Tierkategorie höheren Gehalt an bestimmten Stoffen, insbesondere Inhalts- oder

Zusatzstoffen, aufweisen und die auf Grund ihrer Zusammensetzung dazu bestimmt sind,

in Ergänzung anderer Futtermittel den Nahrungsbedarf der Tiere zu decken“ (§ 1 Nr. 2 FMV).

FMV = Futtermittelverordnung

sortenrein, sind diejenigen Futtermittel, die ausschließlich Fleisch einer Tierart enthalten. Manchmal werden sie als „Monoproteine“ angeboten