Es sind noch
                Milkies da…

3. Mrz. 2022

…aber George wird sie nicht mehr trinken. Er schloss gestern seine Augen für immer.
Eine wochenlange palliative Begleitung fand ihren Abschluss in einem sanften Tod.

Für George:

Ob Dein Leben zuvor jemals gute Zeiten kannte, wussten wir nicht. Als Du gefunden wurdest, waren diese ganz sicher lange vorbei.
Aber Du gabst noch nicht auf, und so kämpften wir gemeinsam. Eineinhalb Jahre trotztest Du Deinem schwerkranken Körper ab. Es war eine gute Zeit. Du fandest Deine Plätze in der ganzen Wohnung, liebtest die Spaziergänge im Garten und verbrachtest Stunden draußen in der Sonne. Ich durfte Dich streicheln, dann sogar bürsten, Dein Frühstück fordertest Du mit einem leisen Mauen ein.
Immer ein wenig auf der Hut, schreckhaft vor lauten Geräuschen und hastigen Bewegungen, warst Du trotzdem „angekommen“. Ruhig, bescheiden aber doch präsent respektierten Dich die anderen Katzen.
Ich hatte Dich sehr lieb.
Als Dein Körper schwächer wurde, wich endlich auch die letzte Angst aus ihm. Du warst so müde, aber Deine Augen schauten glücklich. Wenn ich, wie so oft zuvor, Deine Ohren sanft kraulte und vorsichtig das arthrotisch verkrüppelte Vorderbein streichelte, war Dein Blick voller Vertrauen. Für den Bruchteil einer Sekunde meinte ich Deine Seele in meiner Hand zu halten. Die letzten, so wunderschön sonnigen Tage verbrachtest Du in der Katzenhütte auf der Terrasse. Weich gebettet und für die kalten Nächte mit warmen „Snuggles“ versorgt, hatte ich mir gewünscht, dass Du einfach hättest „hinüberschlafen“ können. Ganz ohne unsere Hilfe ging es nicht, aber nun ist ein unerwartet langer, mit unglaublichem Lebenswillen beschrittener Weg in Würde zu Ende gegangen.