Im Folgenden stelle ich Ihnen die Tiere, die bei mir ihr Zuhause gefunden haben, und ihre Geschichten vor.

 

 

Miss Pizzi
Die ungefähr 2002 geborene Katze lebte auf einem Bauernhof und hatte somit eigentlich einen Besitzer. Aber wie so oft in ländlichen Gebieten kümmert sich der Bauer nicht um die Katzen auf seinem Hof. Pizzis Lebensgeschichte ist nur in Bruchstücken zu rekonstruieren. Es ist ihr geschundener Körper, der die eindeutigste Sprache spricht: Die Katze muss viele Male Junge gehabt haben. Ob sie dann doch kastriert wurde oder infolge ihres schweren Unfalls nicht mehr empfangen kann, wissen wir nicht. Die Art der Schäden der Haut und die Röntgenaufnahmen des Skeletts lassen vermuten, dass Pizzi in/unter eine landwirtschaftliche Maschine geriet und danach gar nicht oder nur sehr mangelhaft tierärztlich versorgt wurde. Sie hat das überlebt und sich eine erstaunliche Mobilität zurückerobert. Aber ihr Leben auf dem Hof muss danach erst recht schwer gewesen sein. Langsam und behäbig wie sie war, wurde sie von Allen – Menschen und Tieren – gejagt. Höher gelegene, trockene Plätze konnte sie nicht erreichen. Chronische Infekte mit hochentzündeten Augenbindehäuten ließen sie genauso leiden wie die nicht behandelte Schilddrüsenüberfunktion und das etwas schwache Herz. Die zertrümmerten Knochen und die felllosen, hochempfindlichen Hautpartien verursachen gerade im Winter chronische Schmerzen.
Bei mir ist Miss Pizzi angekommen, und sie genießt ein behagliches Zuhause, die Versorgung und die Zuwendung wie es wohl nur eine Katze tut, die viele Jahre eines harten Lebens draussen verbringen musste. Wenn sie ihren Kopf in meine Hand drückt, geht mir das Herz über vor Kummer über das Leid, das sie ertragen musste, aber auch vor Dankbarkeit, dass ich es ihr jetzt ein wenig schön machen kann. Ich wünsche mir innig, dass meiner wunderschönen, lebensweisen Matrone noch eine recht gute Zeit verbleibt.

Ganymed
ist mit ungefähr 3 Jahren der absolute „Youngster“ in meiner Gruppe. Unkastriert gefangen an einem schlechten Futterplatz, verweigerte das Amt und damit auch das zuständige Tierheim seine Aufnahme. Der wunderschöne Kater war viel zu dünn, der gebrochene Fußknochen war schief zusammengewachsen, und die angegriffene Darmgesundheit ist bis heute nicht vollständig therapiert. Aber der „Wildling“ hat sich seelisch ganz wunderbar entwickelt. Er liebt andere Katzen genauso wie sein Zuhause und den immer gut gefüllten Futternapf. Gerne nutzt er seinen Freigang und ist draußen ein erfolgreicher Jäger. Aber mindestens ebenso schätzt er den Schutz und die Behaglichkeit, die er im Haus vorfindet. Es tut gut, ihn so zu sehen und zu wissen, dass ihm ein elendes Leben als unversorgter Streuner erspart bleibt.

 

Einen Pflegeplatz auf Lebenszeit haben:

 

 

Kira
Kira und ihre Geschwister wurden 2007 von ihrer frei lebenden Mutter in einem Pferdestall geboren. Kastriert und liebevoll überwacht lebten die Katzen fern ab der Zivilisation. Im Sommer 2015 verletzte sich Kira am linken Auge; ein haarfeiner Riss, der lange unerkannt blieb. Ihre Halterin gab sie in meine Obhut um das Auge zu behandeln und natürlich um die bestmögliche Lebensform für sie zu finden. Die Verletzung heilte gut ab, das Auge blieb aber irreparabel geschädigt und musste schließlich entfernt werden. Sofort ging es der Katze gesundheitlich deutlich besser, aber sie kam – ganz untypisch für eine Katze – nicht gut zurecht mit nur einem Auge. Es war ausgeschlossen, sie an ihren alten Platz zurück zu setzen. Kira lebt bei mir, während ihre Halterin nach wie vor alle Tierarztkosten trägt. Gerne hätte ich einen Platz als Einzelprinzessin für Kira gefunden, blieb aber mit meinem Wunsch erfolglos. Sie mag keine anderen Katzen, und leider geht sie ihnen nicht aus dem Weg sondern knurrt sie an. Über ein Jahr lang lebte die scheue Katze ausschließlich draußen, verließ aber den Garten kaum und genoß den Komfort, im Freien unter gleich mehreren Katzenhütten wählen zu können. Zum Winter 2016 fand sie langsam den Weg in’s Haus und hat seit dem eine doch verlässliche Bindung zu mir aufgebaut. Das freut mich auch deshalb, weil ich nun viel besser auf sie achten kann. Leider stellte sich nämlich inzwischen heraus, dass Kira einen chronischen Lungenschaden hat, der sie belastet und anfällig für Infekte macht. So ganz „angekommen“ ist die wunderschöne Katze noch immer nicht, aber sie hat ihren Platz gefunden, an dem es ihr gut geht und sie wohl versorgt ist.

Milo
Der Kater mit dem markanten Gesicht zog zusammen mit seiner Partnern Bella im Frühjahr 2017 bei mir ein. Bella war Diabetikerin, Milo hat eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion. Beide Tiere waren lange Zeit unbehandelt geblieben und in sehr schlechtem Zustand. Als es ihnen besser ging, entwickelten sie sich zu einem ganz außergewöhnlichen Katzenpaar mit ausgeprägten Charakteren. Trotzdem fand sich kein Zuhause für die Beiden, was in der Hauptsache an Bellas Diabetes lag. Anfang des Jahres 2018 entwickelte sich bei Bella ein Tumor im Maul, an dem sie wenige Wochen später verstarb. Gegen alle Befürchtungen blühte Milo förmlich auf und lebt nach anfänglich sehr schwieriger Vergesellschaftung in meiner Katzengruppe.
Trotzdem hätte ich ihn gerne vermittelt, aber die Diagnose eines Tumors auch bei ihm machte diese Hoffnung zunichte. Der begeisterte Freigänger, der sich zu meinem Kummer beständig erbitterte Katerkämpfe liefert, wird bei mir bleiben, bis ein Weiterleben nicht mehr möglich ist.

 

Bis zu ihrer Vermittlung leben bei mir:


Capper (zum Artikel)

 

Sehnlichst zurück erwartet:


Indis

 

Unvergessen:

Goldmund
Goldmund und sein Bruder Narziß kamen als Welpen zu mir. Sie waren die ersten Katzen, denen ich ein Zuhause geben durfte. Narziß starb mit nur 5 ½ Jahren an einer angeborenen Herzerkrankung. Goldmund wurde 16 ½ Jahre alt. Viele Kater und Kätzinnen sah er kommen und gehen. Der schöne, große Charakterkater behauptete immer unangefochten seine Führungsposition. Nun ist er selbst nicht mehr bei mir. Sein Bild verbleibt auf meiner Seite in liebevoller Erinnerung an ihn und alle, die vor ihm gegangen sind und und jene, die ihm folgen werden.

Stand vom Juni 2020